12. August 2020

Was uns die Corona-Krise zeigt!

Die hier aufgelisteten Aspekte erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.

  1. Unsere scheinbar so stabile und sichere Welt ist verwundbar.

Viele Abläufe unseres alltäglichen Lebens waren für uns so selbstverständlich und gesichert, dass viele niemals auf die Idee gekommen wären, dafür Gott zu danken. Wir Menschen konnten den Eindruck haben, als hätten wir alles selbst im Griff. Die junge Generation kennt das Gefühl, einer allgemeinen Gefahr ohnmächtig gegenüber zu stehen, gar nicht. Wie labil und verwundbar unsere Gesellschaft tatsächlich ist, erleben wir jetzt. Das weltweite Gleichgewicht ist erschütterbar und weltweite Verwerfungen sind real, das zeigen uns die Bemühungen aller Notenbanken. Der Mensch hat nicht alles in seiner Hand!

  1. Die Mächtigen dieser Welt müssen eine allgemeine Wahrheit akzeptieren.

Bitten Sie Präsident Trump, Putin, Erdogan oder den Staatspräsident Xi, um die Definition für einen Terroristen. Sie werden feststellen, was für den einen ein Terrorist ist, ist für den anderen oft ein Verbündeter. Jeder nennt den einen Terroristen, der zu seinem Machtdenken passt, und besteht darauf. Weil es schwierig geworden ist über wahr und falsch zu sprechen, reden viele lieber von alternativen Wahrheiten. Der Corona-Virus trifft alle gleich. Wer versucht alternative Wahrheit aufrecht zu halten, bekommt die Folgen des Virus nur noch stärker zu spüren. Die Corona-Krise zeigt uns, es gibt allgemeingültig Fakten und Wahrheiten!

  1. Die Kommerzialisierung aller Bereiche birgt in Krisenzeiten große Gefahren in sich.

Um Kosten zu sparen und den Gewinn zu steigern, wurden Produktionsketten ins Ausland verlegt und ungenutzte Kapazitäten abgebaut. Dies hat für uns alle den angenehmen Nebeneffekt, dass viele Dinge des alltäglichen Lebens günstig sind. Doch jetzt haben wir Probleme, an notwendige Desinfektionsmittel, Schutzmasken und Beatmungsgeräte zu kommen. Das gleiche gilt für viele Medikamente, die nicht mehr bei uns produziert werden. Krankenhäuser mussten gewinnbringend betrieben werden. Jetzt werden sie gezwungen, Operationen abzusagen und geraten finanziell in Schieflage. Die günstigen Produktionsketten werden im Krisenfall auch für die Wirtschaft zum Problem, weil wichtige Bauteile aus dem Ausland fehlen. Das sollte uns zu denken geben!

  1. Wir erkennen im Angesicht der Krise, wer wir sind.

Da gibt es jene, die mit allem versuchen Geld zu machen, auch mit den lebensnotwendigen Gütern. Die keine Probleme haben Wucherpreise zu verlangen, obwohl davon das Leben ihrer Mitbürger abhängt. Einige gehen sogar noch weiter, sie bieten billige und nicht zertifizierte Produkte als Originale an oder verkaufen gleich Produkte, die sie gar nicht haben. Und da gibt es Menschen, die sich freiwillig in den Dienst der Gesellschaft stellen, um einfach zu helfen: pensionierte Ärzte, Lehrer, Studenten … Heroisch hat der italienische Priester Giuseppe Berardelli, das für ihn extra von seiner Pfarrei besorgte Beatmungsgerät einem Familienvater überlassen, um dessen Leben zu retten, und ist selbst gestorben. Überlegen Sie sich, in welcher Gesellschaft sie lieber leben! 

  1. Verschwörungstheorien zerstören das Vertrauen und damit jegliche Gesellschaft.

Wir sind zu kritischem Denken erzogen worden, aber die Pandemie ist ein Nährboden für Verschwörungstheorien. Das problematische an diesen Theorien ist, sie lassen sich nicht wirklich überprüfen. Sie können viele Stunden im Internet damit verbringen, diffuse Quellen zu studieren, deren Wahrheitsgehalt sie nicht überprüfen können. Und selbst wenn sie wahr wären, sie könnten an der Sachlage nichts verändern. Verschwörungstheorien zerstören nicht nur das Vertrauen in einer Gesellschaft, sie lähmen auch die Handlungsbereitschaft. Viel sinnvoller wäre es, die Zeit, die man sich mit Verschwörungstheorien beschäftigen will, für praktizierte Gottes- und Nächstenliebe zu verwenden. Das hat Mutter Theresa getan und das macht sie so anziehend! 

  1. Die moderne Gesellschaft blendet den Tod gern aus.

Dank der gut entwickelten Medizin steigt unsere Lebenserwartung ständig. Ärzte empfinden den Tod eines Patienten oft als persönliche Niederlage. Anti-Aging-Produkte und Wellness-Wochenenden haben Konjunktur. Wir blenden den Tod als Realität gern aus. Auch viele Christen leben so, als würde das ewige Leben hier auf Erden stattfinden. Die Corona-Pandemie erschüttert dieses fast schon zu einem Dogma gewordene Lebensgefühl. Unser Leben auf Erden ist endlich. Wichtiger als ein langes Leben ist ein gutes Leben, denn wir sind nicht Gott!